Hätte man das nicht auch kürzer oder prägnanter ausdrücken können? Muss es dieser leicht sperrige Titel sein? Ja, denn genau dieser Titel fasst mein gesamtes Problem zusammen. Genau deshalb ist mir dieses Buch auch in die Hände gesprungen.
Von da an bin ich ein wenig naiv an die Sache rangegangen. Ich dachte mir, „Gut, ich lese dieses Buch und dann bin ich einen riesigen Schritt weiter und weiß, was ich will.“ Pustekuchen. Das sagt einem Barbara Sher nämlich garantiert nicht. Sie nimmt einem das Selberdenken nicht ab – und auch nicht das Selbertun.
Für die, die sich einfach nur zurücklehnen und beim Lesen schlauer werden wollen, ist Barbara Shers Buch nur bedingt geeignet. Es ist vielmehr ein Arbeitsbuch, mit dem man aktiv arbeiten muss. Man muss sich schon mit sich selbst auseinandersetzen wollen und sich auf die Übungen einlassen, um seinen Nutzen aus diesem sonst sehr schlauen Buch ziehen zu können. Und man sollte sich dafür Zeit lassen. Einfach lesen und danach weglegen funktioniert hier nicht.
Vor allem ist es meiner Meinung nach auch von Nutzen, wenn man schon weiß, wo man steht, damit es einem leichter fällt, sich in die 11 Kategorien oder Typen, die Sher in ihrem Buch beschreibt, einordnen zu können. Ansonsten lässt Barbara Sher einen weiterhin ziemlich orientierungslos zurück. Ich habe mich nämlich in vielen der 11 Typen mehr oder weniger wiedergefunden und muss einfach noch mehr an mir arbeiten, um mich dort deutlicher positionieren zu können. Und um dann auch einen wirklichen Nutzen aus dem Buch ziehen zu können. Das würde ich daher jedem empfehlen. Überlegt, wie viel Orientierung ihr für euch braucht – und wenn ihr das Gefühl habt, das noch alles unklar ist, dann lasst es lieber und arbeitet mit professioneller Unterstützung an eurem Problem. Sonst seid ihr hinterher womöglich ratloser als vorher.
Falls ihr jedoch schon relativ gefestigt seid, euch ziemlich gut positionieren könnt und in etwa wisst, was ihr wollt – und was nicht, dann lasst euch auf dieses Buch ein. Aber so richtig und nicht nur halb.
Für mich bin ich noch nicht an diesem Punkt angekommen, deshalb fällt diese Rezension auch ein wenig kürzer aus. Mich wird Barbara Sher vermutlich noch länger begleiten, ich werde ihr Buch noch mehrmals durchblättern, mir Notizen machen, die eine oder andere Übung angehen, wenn ich dazu bereit bin.
Satz des Buches: „Das Leben ist kein Kampf um „Alles oder Nichts“, um Glückseligkeit oder Elend. Das Leben ist überhaupt kein Kampf. Das Leben ist das Leben. […] Wenn ein Tag nicht perfekt ist, dann bedeutet das kein Versagen und keinen schrecklichen Verlust. Es ist einfach nur ein Tag.“
Hinterlasse einen Kommentar